Pädagogik, Märchenforschung
Titel
„… und darum auch, daß ein eigentliches Erziehungsbuch daraus werde.“
Die Kinder- und Hausmärchen im pädagogischen und politischen Diskurs unserer Zeit.
Die Märchenpoesie soll das Leserpublikum nicht nur erfreuen, sondern es soll auch „ein eigentliches Erziehungsbuch daraus werden“. So definierten 1815 die Brüder Grimm ihre Sammlung.
Im ersten Teil ihres Buches stellt die Autorin dar, welche politischen und gesellschaftlichen Ereignisse die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm veranlassten, Märchen zu sammeln.
Im zweiten Teil widmet sich die Autorin der Gehorsamserziehung, einem Erziehungsziel, das für jede Elterngeneration von Brisanz ist. An einzelnen relevanten Textbeispielen werden vier Problemkreise erörtert: echter Gehorsam, Gehorsam durch Ausübung von Gewalt, Ungehorsam durch Verführung, Ungehorsam aus Neugier. Daran schließen sich Analysen von einzelnen Märchen unter einem bestimmten Fokus an: Die Hochschätzung des Kindes und des Mutterbildes in der Romantik, ein Beitrag zur Kulturgeschichte der Furcht und antijudaistische Texte.
Die Untersuchung endet mit einem sporadischen Blick in die Rezeptionsgeschichte der „Kinder- und Hausmärchen“. Sie beschreibt die Aufnahme von Märchen in Lesebuchwerke des 19. Jahrhunderts.
Ein unentbehrliches Werk für die Pädagogik und Märchenforschung.
Neues von A. D. Jonas
Eigensprache
Peter Winkler (Hg.)
Das vorliegende Werk zeigt auf, in welcher stringenten Weise Jonas evolutionäre Komponenten psychosomatischer Krankheitsbilder (weit vor der Begründung der evolutionären Medizin und Psychologie) herausarbeitet. Er macht sie nutzbar macht in seiner psychotherapeutischen Methode, der »Idiolektischen Kurzpsychotherapie«.
Für alle psychotherapeutisch Tätigen und Lehrenden bietet dieses Buch eine außerordentliche Hilfe für den eleganten Zugang zum Patienten mittels der Eigensprache, insbesondere für den Umgang mit psychosomatischen und zwanghaften Erkrankungen, zudem bietet es für Laien auf leicht lesbare und lockere Art die Möglichkeit, zunächst Unverständliches in unseren körperlichen und seelischen Reaktionen im Kontext entwicklungsgeschichtlicher Vorgänge zu erkennen und zu verstehen. Dieses Buch stellt gleichzeitig den Anfang dar für die Grundlegung einer »Evolutionären Psychosomatik« dar.
Wie trauern Eltern, deren Kind gestorben ist?
eltern trauer seelen leben
Dennis Klass
Der Tod des eigenen Kindes ist wie ein Tornado. Er belastet die Eltern oder eine ganze Familie so sehr, dass selbst sicherst geglaubte »spirituelle Anker« auf die Probe gestellt werden. Das Buch beschreibt, wie Eltern verlieren, finden oder ihr spirituelles Leben verändern. Es zeigt, wie Menschen, deren Leben in ihren Grundfesten zerstört wurde, wieder auf die Beine kommen, ihrem Leben wieder einen Sinn geben können, nachdem die zentrale Komponente ihres Lebens verschwunden ist.
Klass gründet seine Ausführungen auf seinen vergleichenden Studien in der Religionswissenschaft. Das Verständnis von Spiritualität das hier vorgestellt, wird findet sich in vielen Religionen wieder und ist der Komplexität der Trauerarbeit der Eltern ähnlich. Der Autor stellt fest, das Spiritualität nicht weltfremd ist, sondern, verwoben in unserer Lebenswelt, eine festen Platz in unserem Leben hat.
In diesem Buch beschreibt Klass, wie professionelle Trauerbegleiter den Trauernden Eltern bei ihrem spirituellem Abenteuer begleiten können.
Es handelt von dem, was trauernde Eltern den Autor lehrten während sie lernten, sich selbst zu verstehen, und während sie lernten, Eltern zu helfen, die gerade erst ein Kind verloren hatten.
Archaische Relikte
Zum Thema evolutionäre Psychologie möchten wir besonders
auf folgende Neuauflage aufmerksam machen:
Signale der Urzeit
Archaische Mechanismen in Medizin und Psychologie von
D. F Jonas & A. D. Jonas
Dieses Buch ist ein Geheimtipp der evolutionären Ansätze in Medizin und Psychologie, es wurde ca. zwanzig Jahre vor der offiziellen Begründung der „neuen“ wissenschaftlichen Disziplinen der evolutionären Medizin (Nesse, Williams) und evolutionären Psychologie (Buss) geschrieben und hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Der Charme des Buches besteht in seinem Praxisbezug, seiner interdisziplinären Herangehensweise, in der Ansätze aus der ethologischen Verhaltensbeobachtung und der Paläoanthropologie mit klinischen Beobachtungen eines Psychiaters und Psychotherapeuten und einer Anthropologin kombiniert werden. So gehen Jonas und Jonas über die typisch soziobiologische Untersuchung der evolutionären Wirkung genetischer Einzelmerkmale hinaus und liefern in der Tradition von W. B. Cannon eine eigene Prägung eines evolutionären Ansatzes, die eine Vielzahl von Situationen und Reaktionen aus ihrem biologischen Sinn heraus erklärt.
Peter Winkler, Dipl.-Psych., Psych. Ps.-Th., Stuttgart



